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Der Goiselhannes­­

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Allgemeines ­

Der Goiselhannes wurde 1996 als zweite Maskengruppe der NZ Schnägäg e.V. ins Leben gerufen.

Häsbeschreibung

Das Häs besteht komplett aus rohweißer Baumwolle, das vom Hästräger in wochenlanger Arbeit von Hand mit Motiven Gauselfingens bemalt wird.
Das Oberteil ziert vorne das alte Rathaus mit dem Gosgarten und dem Backhaus. Hinten ist die alte katholische Kirche abgebildet.
Auf der Hose befinden sich jeweils vorne und hinten das Schlössle und das Bilderstöckle.
Auf dem Kopftuch schließlich erkennt man das alte Herrschaftshaus.

Die Halbmaske aus Holz zeigt zugleich eine lachende und eine strenge Seite auf. Rechts an der Maske ist ein Fuchsschwanz befestigt.

Über seinem Häs trägt der Goiselhannes ein Geschell.
Zum Häs gehören eine Goisel (Stecken mit Saubloder), schwarze Schuhe und weiße Handschuhe.
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Geschichtliches

Der Goiselhannes hieß mit bürgerlichem Leben Johann Baptist Klaiber und wurde am 17.12.1791 in Gauselfingen geboren. In der Nacht vom 14. auf den 15.10.1838 verstarb unser Goiselhannes in Belsen.

Wie der Volksmund erzählt, sollte Johann Baptist das Schreinern lernen, weil sein Vater aber das Lehrgeld nicht aufbringen konnte, tippelte er nach Wien, weil man dort kein Lehrgeld zu zahlen hatte.
In Wien schien er nun einiges gelernt zu haben, was ihm besser gefiel als sein Handwerk. Eulenspiegelgleich soll er sich gegenüber der Obrigkeit und dem Volk verhalten haben. Niemand war ihm gewachsen.

Auch dem Goiselhannes schlug seine Stunde. Ziemlich heruntergekommen, ergab er sich in seinen späten Jahren dem Bettel und dem Schnaps. So kam es, dass man ihn eines Tages in Belsen einsperrte, wo er dann am nächsten Morgen tot in seiner Zelle gefunden wurde.

Die Altbauern warteten vergebens auf den Gauselfinger, seine Kunststücke und seine derben Späße. Auch die Kinder horchten vergebens auf das Schnellen der Geisel, die der Goiselhannes bei sich führte.

Die Geisel war verstummt, der Hannes hatte das Ende der knallenden Treibschnur erreicht und so verschwand wieder eines jener seltenen Originale, um die sich so manche Geschichte rankt.
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­­(Die historischen Fakten zum Goiselhannes  sind dem "Heimatbuch Gauselfingen" von Alois Eisele entnommen)

 

 

 

 



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